Kein Mann in Sicht

In 6 Minuten verliebt sich ein Single heutzutage über eine Online-Plattform. Partner der Elite versprechen Niveau. Die absolute Verfügbarkeit aus unerschöpflichen Auswahl an möglichen Partnern wird durch „kein Mann in Sicht“ konterkariert und durch die Unidirektionalität karikiert. Die Frau ist die Wartende – die dem Rollenbild einer märchenhaften Prinzessin ähnelt – und Jägerin zugleich.

Im Unterschied zur Märchenfigur wirkt sie selbstbestimmt und ist sich ihrer Rolle sicher. Sie bestimmt den Zeitpunkt des Treffens mit dem potentiellen Mann und hat entsprechend bereits alles vorbereitet – vom Kaffee mit zum Abendkleid.

„Kein Mann in Sicht“ greift eine der popkulturellen Trends auf („Wo bleibt der blöde Prinz auf seinem scheiß Gaul“) und bestärkt die damit verbundene Erwartungshaltung einer Generation, zeigt sich aber in der Darstellung nicht in dem schöngefilterten inszenierte Selfie mit Blick in die Kamera sondern gewährt vielmehr einen Blick in die tatsächlich wartende Situation.

 

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